FHVR Herrsching
Die Geschichte der Schule beginnt 1935. Unmittelbar nach der Machtergreifung durch die Nationalsozialisten wurde die Reichsfinanzverwaltung neu geordnet. Mit Verfügung vom 29. Juli 1935 wurde der Bau einer Reichssteuerschule in Herrsching beschlossen. Die Unterrichtskapazität sollte auf 500 Mann angelegt werden. Die Initiative, die Schule in Herrsching zu errichten, ging vom Staatssekretär im Reichsfinanzministerium Fritz Reinhard aus, einem ehemaligen Reichstagsabgeordneten der NSDAP, der bereits 1928 in Herrsching eine NS Rednerschule gegründet hatte.
Am 21. September 1935 war der 1. Spatenstich. Die Kosten für das Gebäude hatte die Gemeinde Herrsching in Höhe von 25.000.- Reichsmark zu tragen. Am 17. Oktober 1936 wurde Richtfest gefeiert. Nach Fertigstellung am 15. September 1937 wurde der Schulbetrieb aufgenommen. Die Lehrer trugen SA - Uniformen und allen Schülern wurde zum Abschluss des Lehrgangs das SA - Sportabzeichen verliehen. Der Bedarf an Steuerbeamten wuchs und machte eine Erweiterung der Schule erforderlich.
Es erfolgte ein Erweiterungsbau nach Osten mit einem monumentalen Turm und nach Westen mit der Kongresshalle mit einem mächtigen Portal und einer großen Freitreppe. Hitlers Architekt Albert Speer soll seine ausdrückliche Zustimmung gegeben haben. Dieser 2. Bauabschnitt war 1939 beendet.1943 wurde die Ausbildung eingestellt. Die Schule wurde zum Reservelazarett. Von der Quelle eines nahegelegenen Gutshofes wurde eine Wasserleitung zur Schule verlegt und so konnte neben dem Lazarett auch die Gemeinde Herrsching mit genügend Wasser versorgt werden. Die Schule blieb von Kriegsschäden verschont. Am 28. Juni 1945 wurde die Schule von den Amerikanern besetzt, aus dem Reservelazarett wurde ein Internierten-Lazarett für ehemalige SS Angehörige.
1947 wurde dieses Lazarett aufgelöst. Wegen der Ausbreitung der Lungentuberkulose wurde in der Schule nach einigen Umbaumaßnahmen ein Tbc - Krankenhaus eingerichtet. Dieses bestand bis zum März 1955. Am 31. März 1955 erfolgte die Übergabe an die Bundesfinanzverwaltung. Das Haus wurde erneut umgebaut und am 10. September 1955 mit einem Festakt wieder als Zoll- und Finanzschule in Betrieb genommen.
Seit 1972 ist der Träger der Schule der Freistaat Bayern. Die Schule in Herrsching war nun Ausbildungsstätte für den gehobenen und mittleren Dienst der Steuer- und Staatsfinanzverwaltung. Mit der Errichtung der Bayerischen Beamtenfachhochschule zum 1. Oktober 1974 wird der Fachbereich Finanzwesen die zentrale Ausbildungsstätte für den gehobenen Dienst.
Die Landesfinanzschule Bayern, die Ausbildungsstätte des mittleren Dienstes, wird nach Ansbach verlegt und nimmt dort in einem neu errichteten Gebäude 1983 ihren Betrieb auf. Die Bayerische Beamtenfachhochschule wird am 1. September 2003 in Fachhochschule für öffentliche Verwaltung und Rechtspflege umbenannt. Im Jahr 2010 feierte sie ihren 75. Geburtstag.

